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Übersicht:

Ermittlung der Potenziale zur flächendeckenden Elektrifizierung ausgewählter gewerblicher Flotten und Analyse der erforderlichen Rahmenbedingungen zur Umsetzung in Baden-Württemberg

Das Projekt zielt darauf ab, das Potenzial des Einsatzes von Elektrofahrzeugen in gewerblichen Fahrzeugflotten in Baden-Württemberg zu ermitteln sowie den bei Hebung dieses Potenzials zu erwartenden Beitrag zum Erreichen der Landesziele zu bestimmen und entsprechende Instrumente zu entwickeln bzw. Rahmenbedingungen aufzuzeigen, die die Erschließung des vorhandenen Potenzials ermöglichen. Vorliegende Kenntnisse und Erfahrungen aus bereits in verschiedenen Förderprogrammen umgesetzten Projekten (z.B: Schaufenster Elektromobilität) werden hierbei einbezogen.

Foto: Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung

Aufgaben:

  • Ermittlung der Struktur und Zusammensetzung gewerblich genutzter Flotten in Baden-Württemberg
  • Auswertung der Ergebnisse der Modellregionen und Schaufenster zur Eignung von Flotten/Flottenbestandteilen für die Elektromobilität
  • Ermittlung des erschließbaren Potenzials für Elektrofahrzeuge in gewerblichen Flotten in Baden-Württemberg
  • Auswirkungen der Erschließung des identifizierten Potenzials auf Kohlenstoffdioxid- und Luftschadstoffemissionen
  • Kostenpotenzialkurzen für Elektrofahrzeuge in gewerblichen Flotten in Baden-Württemberg
  • Entwicklung von Förderinstrumenten für die Flotten mit der höchsten erwarteten Wirkung
  • Handlungsempfehlungen

 

Projektfortschritt:

Eigene Darstellung auf Basis von Daten von KBA und Dataforce (Anmeldungen zum 01.01.2016)

Insgesamt waren in Baden-Württemberg mit Stand 1.1.2016 rund 780.000 gewerblich genutzte Fahrzeuge bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht angemeldet, davon rund 75% Personenwagen. Die Auswertung der Schaufensterprojekte ergab allerdings, dass ein erhebliches Potenzial zur Elektrifizierung gewerblicher Flotten nicht in der Betrachtung von Gesamtflotten oder Branchen zu finden, sondern durch individuelle Betrachtung der Fuhrparks bzw. Flotten zu identifizieren ist. Auf Grund der verwendeten Fahrzeuge und der benötigten Reichweiten standen in vergangenen Projekten Fahrzeuge von Sozialdiensten bzw. der mobilen Kranken- und Altenpflege, innerstädtische Kurier-Express-Paket-Dienste sowie das Taxigewerbe im Fokus der Betrachtung. Die Analyse des Fahrzeugbestandes sowie von Fahrzeugnutzungsprofilen zeigte, dass in bestimmten Branchen nur kleine Fahrzeugflotten (1-3 Fahrzeuge) existieren, die zusammen genommen ebenfalls ein erhebliches Potenzial darstellen. Hierzu zählen beispielsweise Handwerksbetriebe (z.B. Bäckereiauslieferung, Schornsteinfeger, Elektrohandwerk), aber auch Apothekenlieferdienste zum Endkunden, der hier beispielhaft betrachtet wird.

 

Erschließbares Potenzial am Beispiel von Apothekenlieferdiensten

Belieferung der Endkunden im Einzugsgebiet der Apotheken mit Medikamenten

Gesamtfahrzeugflotte: 2.300 Apotheken mit insgesamt 2.500 bis 2.700 Fahrzeugen

Eigene Darstellung - Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung

 

                                        Eignung:              typische Tourenlänge 20 bis 50 km mit vielen Stopps

                                         - 60 % der Touren < 25 km
                                         - 95 % der Touren < 100 km
                                         - Fahrten/Zeiten im Voraus planbar, auch für Carsharing geeignet

                                  Datenbasis: Umfrage des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg e.V. (LAV)

                        Nachteil: Einzelfahrzeuge, aber Apotheken über Apothekenverband ansprechbar

 

TCO-Vergleichsrechnung für eine konkrete Apotheke:

Eigene Darstellung - Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung

 

Beitrag zur Luftreinhaltung durch Elektrifizierung von Apothekenlieferdiensten (Gesamtflotte Baden-Württemberg):

Eigene Darstellung - Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung

 

Für die identifizierten Flotten wird ein Wirtschaftlichkeitsvergleich durchgeführt, der die mit einer Umstellung auf Elektrofahrzeuge zu erwartenden Mehr- oder Minderkosten ermittelt. Hierfür werden die Gesamtnutzungskosten (Total Cost of Ownership (TCO)) von Elektrofahrzeug denen von konventionellen Fahrzeugen gegenübergestellt. Ebenso werden die mit einer Umstellung auf Elektrofahrzeuge erzielbaren Emissionsminderungen ermittelt. Die Auswertung dieser Daten gibt Aufschluss darüber, in welche Reihenfolge die Elektrifizierungspotenziale erschlossen werden sollten und bildet damit eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung von Handlungsempfehlungen.

Eine weitere Grundlage für die Ausarbeitung von Maßnahmen bildet die Analyse der international verwendeten Förderinstrumente im Kontext der Elektromobilität. Diese ergab unter anderem, dass die Kaufprämie in Deutschland (4.000€ / 3.000€) deutlich unter den Kaufprämien anderer Länder liegt (zwischen 5.500 und 10.000 Euro). Die Steuerermäßigungen beim Kauf von Elektrofahrzeugen in Ländern ohne Kaufprämie (Niederlande, Norwegen) sind ebenfalls deutlich höher als die deutsche Kaufprämie, insbesondere bei großen Fahrzeugen, bei denen sich die Besteuerung stärker auswirkt.

 

 

Eigene Darstellung - Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung

 

Im Projektverlauf wurde ein erheblicher Bedarf an neutraler, herstellerunabhängiger Information über die bei einer Umstellung auf Elektrofahrzeuge zu berücksichtigenden Aspekte identifiziert. Zur Adressierung dieses Bedarfs wurden drei Ansätze entwickelt:

                       1.       Bereitstellung neutraler Information über Branchenmedien (z.B. Artikel in

                            Verbandszeitschrift).

                       2.       Entwicklung eines Informations- und Beratungskonzepts zur direkten Ansprache von

                            gewerblichen Flottenbetreibern.

                       3.      Durchführung eines Brancheninformationstages mit Hintergrundinformation und der

                            Möglichkeit konkrete Fahrzeuge auszuprobieren.

 Während zu Beginn des Projektes das Angebot geeigneter und lieferbarer Fahrzeuge insbesondere im Nutzfahrzeugbereich noch sehr beschränkt war, hat sich inzwischen das Fahrzeugangebot deutlich verbessert. Zusammen mit geeigneten Maßnahmen bietet dieses verbesserte Fahrzeugangebot die Möglichkeit, die Elektrifizierung gewerblicher Flotten maßgeblich zu beschleunigen.

 

 

 

Fördermittelnehmer:

Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden Württemberg
Systemanalyse
Dr. Peter Bickel (Projektleitung)
peter.bickel@zsw-bw.de

Partner:

  • EMOBILITY EXPERTS Stuttgart

Projektlaufzeit:

27 Monate

Ergebnisbericht:

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